Wie viel Salz brauchen Möhren zum Fermentieren?

Die Verbraucherzentrale Südtirol nennt mindestens 20 g Salz pro Kilogramm Gemüse. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt eine 2-prozentige Salzlake, das sind 20 g Salz auf 1 Liter Wasser. Die Möhren sollen laut Niedersachsen salzig, aber nicht versalzen schmecken.

Verwende Salz ohne Jod, Fluor, Rieselhilfen und andere Zusätze. Die Kansas State University nennt als Mengen für die Lakemethode: etwa 1 US-Pfund (ca. 450 g) Gemüse je 1-Quart-Glas (ca. 946 ml) mit etwa 2 US-Cups (ca. 473 ml) Lake. Die Standard-Lake hat 1 Teelöffel Salz je US-Cup (ca. 237 ml) Wasser.

Salzmenge für Möhren nach Gewicht und Lake (Verbraucherzentralen)
AnsatzSalz
500 g Möhren, trocken gesalzenmindestens 10 g
1 kg Möhren, trocken gesalzenmindestens 20 g
1 Liter Salzlake zum Auffüllen20 g

Wie gehe ich beim Möhren fermentieren vor?

Dünn geschnittenes oder geraspeltes Gemüse gärt laut SDSU Extension schneller als grob geschnittenes, weil mehr Oberfläche vorhanden ist. So gehst du vor:

  • Möhren waschen, bei Bedarf schälen und klein schneiden, hobeln oder raspeln.
  • Mit dem Salz mischen, kneten oder stampfen, bis Saft austritt.
  • Alles samt Saft in ein Glas mit weiter Öffnung füllen und fest drücken, sodass wenig Luft bleibt. Einige Zentimeter bis zum Rand freilassen.
  • Reicht der Saft nicht, mit Lake aus 20 g Salz je Liter abgekochtem Wasser auffüllen.
  • Mit einem sauberen Gewicht aus Glas oder Stein beschweren. Die Kansas State University lässt nach Trockensalzen mindestens 2 Zoll (ca. 5 cm) Kopfraum, bei der Lakemethode ein Füllen bis zum Glashals.
  • Glas verschließen, bei Raumtemperatur gären lassen und täglich kurz entlüften.

Wie lange und bei welcher Temperatur fermentieren Möhren?

Die Verbraucherzentrale Südtirol nennt 5 bis 10 Tage bei Raumtemperatur und danach etwa eine Woche Nachgärung im Kühlschrank. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rechnet je nach Gemüse mit 1 bis 6 Wochen: in der ersten Woche bei 20 °C, danach bei etwa 15 °C.

Die Kansas State University empfiehlt 16 bis 21 °C, die SDSU Extension 18 bis 22 °C als Optimum. Über etwa 27 °C verschlechtern sich Textur und Geschmack, zu kühle Gärung kann das Wachstum unerwünschter Keime begünstigen (SDSU Extension).

Mit Gärdeckel mit Ventil entweicht das Gas von selbst. Bei normalen Gläsern lockerst du den Deckel täglich kurz.

Gärzeit und Temperatur für fermentierte Möhren nach Quelle
QuelleZeitTemperatur
Verbraucherzentrale Südtirol5 bis 10 Tage, dann etwa 1 Woche KühlschrankRaumtemperatur
Verbraucherzentrale Niedersachsen1 bis 6 Wochen je nach Gemüse20 °C in der 1. Woche, danach etwa 15 °C
Kansas State University–16 bis 21 °C
SDSU Extension–18 bis 22 °C

Kann man Möhren mit Sauerkraut zusammen fermentieren?

Die Sauerkraut-Quellen nennen nur Kohl und Salz; für Mischungen mit Möhren liegen keine geprüften Werte vor. Wenn du beides mischst, rechne vorsichtshalber nach der Regel für Gemüse: mindestens 20 g Salz pro Kilogramm Gesamtgewicht.

Koche solche Mischungen nicht ein. Die Einkochzeiten für Sauerkraut gelten nur für Kraut aus Kohl und Salz.

Woran erkenne ich, dass die Gärung sicher verläuft?

Luftbläschen und eine trübe Lake zeigen, dass die Gärung läuft (Verbraucherzentrale Südtirol). Die SDSU Extension nennt als Sicherheitsgrenze einen pH-Wert von höchstens 4,6 und empfiehlt bei Rezepten ohne Laborprüfung ein pH-Messgerät. Gemüse- und Salzangaben für Möhren sind in den gelesenen Quellen nicht einzeln geprüft: Halte dich an die genannten Mindestwerte.

Schimmel, schlechter Geruch oder weiche, schleimige Möhren sind Warnzeichen. Die Verbraucherzentrale Südtirol nennt mangelnde Sauberkeit als Ursache für Schimmel. Wirf solche Ansätze weg.

Wie lagere ich fermentierte Möhren?

Verschließe das fertige Glas luftdicht und lagere es im Kühlschrank. Die Kansas State University begründet das damit, dass Ferment bei Raumtemperatur weitergärt, zu sauer wird und die Genießbarkeit und Sicherheit verlieren kann. Gekühlt bleibt es nach ihrer Angabe viele Monate frisch und knackig.

Eine Wasserbad-Zeit für fermentierte Möhren liefern die gelesenen Quellen nicht. Koche sie deshalb nicht ein, sondern kühle sie. Für ungekühlte Vorräte gibt es eigene Seiten zu Möhren.

Kann ich Rote Bete und Sellerie genauso fermentieren?

Ja, nach den Verbraucherzentralen: Südtirol nennt Wurzelgemüse und Rote Rüben als besonders geeignet, Niedersachsen führt Möhren, Rote Bete und Sellerie auf. Es gelten dieselben Grundregeln: mindestens 20 g Salz pro Kilogramm, vollständig unter der Lake, nach der Gärung kühl lagern.

Für Rote Bete und Sellerie gibt es in den gelesenen Quellen keine eigenen Zeit- oder Salzwerte. Wie bei Möhren gilt die Spanne von 1 bis 6 Wochen der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Auch für Radieschen, Rettich, Fenchel, Kartoffeln und Topinambur liegen keine eigenen Werte vor: Siehe den Überblick zum Gemüse fermentieren.