Frikadellen roh oder gebraten einfrieren?
Beides ist möglich, und beides hat einen Haken. Rohe Frikadellen bestehen aus Hackfleisch, und beim Hacken verteilen sich Keime von der Oberfläche im ganzen Fleisch. Das USDA FSIS rät deshalb, Hackfleisch bei höchstens 4 °C zu lagern und innerhalb von 1 bis 2 Tagen zu verbrauchen oder einzufrieren. Formst du den Teig, frierst du ihn also am selben oder spätestens am nächsten Tag ein.
Gebratene Frikadellen sind beim Einfrieren schon sicher gegart und später schnell aufgewärmt. Dafür müssen sie zügig abkühlen, und die Lagerzeit ist kürzer als bei rohem Teig. Für Buletten zum Mitnehmen oder als schnelles Essen sind sie die praktischere Variante.
Nicht einfrieren solltest du nur angebratene Frikadellen. Laut USDA FSIS können Keime beim Vorgaren überleben und sich so stark vermehren, dass späteres Garen sie nicht mehr abtötet.
Wie lange kann man Frikadellen einfrieren?
Rohe Frikadellen halten bei −18 °C 3 bis 4 Monate in guter Qualität; FoodSafety.gov und das USDA FSIS nennen diese Spanne für rohes Hackfleisch, die FSIS-Hackfleischseite empfiehlt den Verbrauch innerhalb von 4 Monaten. Für gebratene Frikadellen weichen die Angaben ab: FoodSafety.gov nennt für gegartes Fleisch 2 bis 6 Monate, die FSIS-Gefriertabelle 2 bis 3 Monate, die FSIS-Seite zu Resten 3 bis 4 Monate und die Hackfleischseite etwa 4 Monate für gebratene Hackfleischpatties.
Plane gebratene Frikadellen deshalb für 2 bis 3 Monate ein, dann bist du mit allen Quellen auf der sicheren Seite. Alle Zeiten betreffen die Qualität: Durchgehend bei −18 °C gefroren bleiben Frikadellen laut USDA FSIS sicher, werden aber mit der Zeit trockener.
| Zustand | Kühlschrank | Gefrierfach | Quelle |
|---|---|---|---|
| Roh (Hackfleisch) | 1 bis 2 Tage | 3 bis 4 Monate | FoodSafety.gov, USDA FSIS |
| Gebraten (gegartes Fleisch) | 3 bis 4 Tage | 2 bis 6 Monate | FoodSafety.gov |
| Gebraten (gegartes Fleisch) | keine Angabe | 2 bis 3 Monate | USDA FSIS, Gefriertabelle |
| Gebratene Hackfleischpatties | 3 bis 4 Tage | etwa 4 Monate | USDA FSIS, Hackfleischseite |
Wie schnell müssen gebratene Frikadellen abkühlen?
Gebratene Frikadellen kommen innerhalb von 2 Stunden nach dem Braten in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach, bei Temperaturen über 32 °C innerhalb von 1 Stunde. So steht es in den FSIS-Hinweisen zu Hackfleisch und zu Resten. Das BfR fordert, erhitzte Speisen innerhalb weniger Stunden auf unter 7 °C abzukühlen und größere Mengen dafür auf mehrere flache Schalen zu verteilen.
Lass die Frikadellen deshalb nicht im heißen Bräter oder dicht gestapelt in einer Dose abkühlen. Lege sie nebeneinander auf einen Teller oder ein Blech, damit die Wärme entweicht, und stelle sie danach gleich kalt. Im Kühlschrank lagernde gebratene Frikadellen frierst du innerhalb von 3 bis 4 Tagen ein.
Frikadellen einzeln vorfrieren und verpacken
Lege rohe oder gebratene Frikadellen mit etwas Abstand auf ein Tablett oder Blech und friere sie so vor. Das BZfE beschreibt dieses Verfahren für Beeren; bei Frikadellen verhindert es ebenso, dass sie zu einem Block zusammenfrieren. Das USDA FSIS rät allgemein, Gefriergut in einer Lage auszubreiten und erst zu stapeln, wenn es fest gefroren ist. Ein 5 cm dickes Stück soll in etwa 2 Stunden durchfrieren.
Sind die Frikadellen fest, füllst du sie in Gefrierbeutel oder Dosen und drückst die Luft heraus, damit kein Gefrierbrand entsteht. Willst du rohe Frikadellen stapeln, legst du laut NCHFP zwei Lagen Gefrierpapier oder Folie zwischen die Lagen. Beschrifte jede Packung mit Inhalt, roh oder gebraten, Menge und Datum.
Wie taust du Frikadellen sicher auf?
Taue Frikadellen im Kühlschrank auf, nie auf der Arbeitsplatte. Beim Auftauen bei Raumtemperatur liegt laut USDA FSIS die äußere Schicht im Bereich zwischen 4 und 60 °C, in dem sich Bakterien schnell vermehren, auch wenn der Kern noch gefroren ist. Das BfR rät, rohe Frikadellen ohne Verpackung abgedeckt in einer Schüssel aufzutauen und das Tauwasser wegzuschütten.
Rohe Frikadellen brätst du nach dem Auftauen im Kühlschrank innerhalb von 1 bis 2 Tagen, gebratene isst du innerhalb von 3 bis 4 Tagen. Schneller geht es in einem dichten Beutel in kaltem Wasser, das du alle 30 Minuten wechselst, oder in der Mikrowelle. Danach garst oder erhitzt du die Frikadellen sofort.
Im Kühlschrank aufgetaute Frikadellen darfst du laut USDA FSIS wieder einfrieren, roh ohne vorheriges Braten, mit etwas Qualitätsverlust. Nach Kaltwasserbad oder Mikrowelle gilt das nur, wenn du sie vorher durchgegart oder auf 74 °C erhitzt hast.
Kann man Frikadellen gefroren braten?
Ja, laut USDA FSIS und NCHFP darfst du rohe Frikadellen direkt aus dem Gefrierfach braten; rechne mit etwa der 1,5-fachen Garzeit. Das BfR empfiehlt dagegen, gefrorenes Fleisch vor dem Garen aufzutauen, damit auch dicke Stücke innen heiß genug werden. Brätst du gefroren, dann flache Frikadellen bei mittlerer Hitze und mit Deckel, damit sie innen garen, bevor die Kruste verbrennt.
Prüfe die Kerntemperatur mit einem Thermometer: mindestens 71 °C (160 °F) laut FoodSafety.gov, mindestens 70 °C für 2 Minuten an allen Stellen laut BfR. Bei flachen Frikadellen stichst du das Thermometer schräg oder seitlich ein, wie es das USDA FSIS für dünne Patties beschreibt.
Wie wärmst du gebratene Frikadellen nach dem Einfrieren auf?
Gebratene Frikadellen erhitzt du auf mindestens 74 °C (165 °F) im Kern; diesen Wert nennen FoodSafety.gov und das USDA FSIS für alle Reste. Laut USDA FSIS darfst du gefrorene Reste ohne Auftauen im Ofen oder in der Mikrowelle erwärmen, es dauert nur länger.
In der Mikrowelle deckst du die Frikadellen ab, gibst etwas Flüssigkeit dazu, drehst sie zwischendurch und lässt sie kurz ruhen. Miss danach an mehreren Stellen, denn Mikrowellen erwärmen ungleichmäßig. Frierst du Frikadellen in Soße ein, bringst du die Soße laut USDA FSIS beim Aufwärmen zum Sieden.